Nervenwurzelerkrankungen und Engpasssyndrome

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Der göttliche Bauplan von Mensch und Tier sieht vor, dass Nerven einerseits gut geschützt und andererseits frei beweglich im Körper liegen, um die nötigen Bewegungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zu ermöglichen und gleichzeitig Gehirn und Körper miteinander zu verbinden. Leider gibt es einige Stellen, an denen Nerven durch kleine Löcher und Kanäle verlaufen müssen und dadurch für Druck- und Reibungsschäden sowie Minderdurchblutung besonders anfällig sind. Typische Symptome einer derartigen Nervenschädigung sind Missempfindungen wie Taubheit von Hautbezirken und ausstrahlende Schmerzen in die betroffene Gliedmasse sowie Schwäche der vom Nerven versorgten Muskulatur. Beim Menschen ist in diesem Zusammenhang das Karpaltunnelsydom im Handgelenk besonders bekannt. Aufgrund der Anatomie unserer Haustiere sind Nervenwurzelschädigungen direkt beim Austritt aus dem Wirbelkanal im Bereich des Übergangs zwischen letztem Lendenwirbel und Kreuzbein sowie in der unteren Halswirbelsäule besonders häufig. Wesentlich seltener sind Engpasssyndrome des Ischiasnerven nach Beckenfrakturen. Typisch für diese Erkrankungen ist eine leicht- bis hochgradige Entlastungshaltung und Lahmheit der betroffenen Gliedmasse, ohne dass die Ursache hierfür klar ersichtlich ist. Zur Abklärung von Engpasssyndromen im Bereich der Wirbelsäule eignet sich die Kernspintomografie. Das Ausmaß eines Nervenschadens kann man in der Regel mit einer elektrodiagnostischen Untersuchung schnell feststellen. Nervenentzündungen und Nerventumore können die gleichen Symptome hervorrufen und müssen ausgeschlossen werden. Die Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen ist chirurgisch und zielt auf die Druckentlastung der Nervenwurzel und die Vergrößerung des Nervenaustrittslochs ab. Medikamentös kann versucht werden, die Entstehung und Weiterleitung von Nervenschmerzsignalen zu unterbinden.