Erkrankungen des Verdauungstrakts

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Magenaufgasungen und -drehungen sind die häufigste, lebensbedrohende Erkrankung des Verdauungstrakts. Sie treten häufig bei mittelgrossen, tiefrumpfigen Hunderassen, oft in einem Zeitraum von mehreren Stunden nach einer Futteraufnahme auf. Typische Symptome sind Unruhe, rülpsende und gluksende Aufstossgeräusche und eine deutliche Aufblähung der Bauchpartie hinter den Rippen.

Hier handelt es sich um einen absoluten Notfall – stellen Sie das Tier sofort als Notfall vor.

Therapeutisch wird versucht, den Druck aus dem aufgegasten Magen mittels Sonde oder Trokar abzulassen, den Kreislauf zu stabilisieren und den Magen chirurgisch wieder in die korrekte Position zu reponieren. Zur Vermeidung einer erneuten Verlagerung wird der Magen anschließend an die untere Bauchwand angenäht.

Weitere ähnlich gelagerte Notfälle sind Darmverschluss durch Fremdkörper oder Darmverschlingung.

Weiterhin sind Bauchoperationen bei Nabelbruch, Flüssigkeitserguss im Bauchraum, Erkrankungen der Leber oder Gallenblase oder perforierenden Verletzungen indiziert. Auch bei chronischen Entzündungen, z.B. im Bereich der Prostata, des Analbereichs (Analbeutelentfernung, Perianalfisteln) oder der Bauchspeicheldrüse, kann ein operatives Vorgehen erforderlich sein.